Aktuelles

Wichtige Daten für 2017 auf einen Blick

Verschaffen Sie sich einen schnellen Überblick, was sich 2017 ändert:

Renten- und Arbeitslosenversicherung

In Westdeutschland bleibt die Beitragsbemessungsgrenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung stabil bei 6.350,00 € im Monat bzw. 76.200,00 € im Jahr.

In Ostdeutschland steigt die Schwelle auf 5.700,00 € bzw. 68.400,00 €.

Krankenversicherung

Die Beitragsbemessungsgrenze für die Kranken- und Pflegeversicherung beträgt bundesweit 4.350,00 € monatlich bzw. jährlich 52.200,00 €

Versicherungspflichtgrenze

Der Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wird leichter: Künftig kann ein Arbeitnehmer wechseln, wenn sein Gehalt in nur einem statt in drei auf einander folgenden Jahren die Pflichtgrenze von 57.600 € überschreitet. Berufseinsteiger können bei einem überschreiten der Grenze sofort in die PKV wechseln.

Gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung – Sätze 2017

Der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung beträgt 14,6 %. Der Arbeitgeberanteil wird bei 7,3 % dauerhaft festgeschrieben, Arbeitnehmer zahlen ebenfalls 7,3 % und müssen alle Zusatzbeiträge alleine schultern. Diese Zusatzbeiträge können von den Krankenkassen einkommensunabhängig erhoben werden. Auch gilt keine Obergrenze mehr. Steigt der Beitrag über zwei Prozent des beitragspflichtigen Einkommens, erhält der Versicherte einen Ausgleich. Die Zusatzbeiträge können vollständig steuerlich abgesetzt werden.

Der Beitrag zur Pflegeversicherung beträgt 2,55%, wobei Kinderlose, die das 23. Lebensjahr vollendet haben, einen Zuschlag von 0,25% zu entrichten haben.

Grundfreibetrag: Der Grundfreibetrag bei der Einkommensteuer beträgt 8.820 Euro.Das heißt, es werden bei einem Ledigen erst ab einem zu versteuernden Einkommen von mehr als 8.820 Euro im Jahr Steuern fällig. Bei Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartnern verdoppelt sich der Betrag auf 17.640 Euro.

Steuererklärung: Nichtarbeitnehmer – etwa Rentner oder Vermieter – müssen erst beim Gesamtbetrag der Einkünfte von mehr als 8.820 Euro eine Steuererklärung abgeben.

Kalte Progression: Um Mehrbelastungen der Steuerzahler durch das Zusammenspiel von Lohnsteigerungen, höheren Steuersätzen und Preiserhöhungen einzudämmen, werden die Eckwerte des Einkommensteuertarifs leicht verschoben. Das heißt, der sogenannte Grenzsteuersatz gilt jeweils erst bei einem etwas höheren Einkommen. Das dämpft den Effekt der «kalten Progression», die Steuerzahler haben unterm Strich etwas mehr Geld in der Tasche.

Kinderfreibetrag: Der Freibetrag beträgt 3.678 Euro je Elternteil. Der Freibetrag  wirkt sich laut Neuem Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) vor allem bei höherem Einkommen steuermindernd aus. Der Freibetrag für Betreuung, Erziehung oder Ausbildung bleibt unverändert. Die Summe der Freibeträge beträgt damit 2017 pro Kind und Jahr 7.356 Euro.

Kindergeld: Das Kindergeld für das erste und das zweite Kind beträgt damit monatlich jeweils 192 Euro, für das dritte Kind 198 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind jeweils 223 Euro. Vom kommenden Jahr an muss die Steuer-ID des Kindes sowie des Elternteils, das Kindergeld erhält, angegeben werden.

Kinderzuschlag: Geringverdiener können einen zusätzlichen Kinderzuschlag für den Lebensunterhalt bei der Familienkasse beantragen. Der Kinderzuschlag erhöht sich zum 1. Januar 2017 um monatlich 10 Euro von 160 Euro auf 170 Euro je Kind.Diesen Zuschlag erhalten Sie, wenn

  • die Kinder zuhause wohnen, wenn
  • ihnen das Kindergeld zusteht und wenn
  • Sie den Lebensunterhalt ihrer Kinder nicht finanzieren können und
  • Ihr Einkommen höher als 600 Euro für Alleinerziehende, oder 900 Euro für Ehepaare liegt. Berücksichtigt wird das Einkommen aus  aus Bruttolohn, Arbeitslosengeld 1 oder Krankengeld. Dazu zählt nicht das Kindergeld oder Harz IV (Arbeitslosengeld 2)!

Unterhalt: Mit Anhebung des Existenzminimums sind auch 180 Euro höherer Unterhalt als außergewöhnliche Belastung absetzbar. Unterhaltszahlungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehepartner können laut Steuerzahlerbund bis zu einem Betrag von 13 805 Euro im Jahr als Sonderausgaben abgesetzt werden.

Sparer: Freistellungsaufträge sind nach Angaben des Steuerzahlerbundes nur noch mit Steuer-ID gültig: Ab dem 1. Januar 2016 seien Freistellungsaufträge nur noch wirksam, wenn die Steuer-Identifikationsnummer des Sparers vorliege. Laut Verband der Lohnsteuerhilfevereine läuft die Übergangszeit, für die bei Banken vor 2011 erteilte Freistellungsaufträge ohne Steuer-ID noch weiter gelten, Ende 2015 aus. Ein neuer Freistellungsauftrag muss nach Angaben des Bankenverbandes vom Kunden aber nicht gestellt werden. Sollte die Steuer-ID fehlen, reiche es, diese der Bank mitzuteilen.

Freibeträge: Freibeträge bei der Lohnsteuer-Ermäßigung sind zwei Jahre gültig. Erwarten Arbeitnehmer hohe Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen, können sie beim Finanzamt einen Freibetrag beantragen. Damit wird bereits bei der monatlichen Lohnsteuer ein zu hoher Steuerabzug vermieden. Seit 2016 sind diese Freibeträge zwei Jahre gültig. Bisher mussten sie jährlich neu beantragt werden.

Vorsorgeaufwendungen: Für 2017 liegt der Höchstbetrag bei 84 % der gezahlten Beiträge (von maximal 23.362 Euro jährlich bei Ledigen bzw. 46.724 Euro jährlich bei Verheirateten/eingetragenen Lebenspartnern). Das heißt, für 2017 können maximal 19.624 Euro (39.248 Euro bei Verheirateten bzw. eingetragenen Lebenspartnern) als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Bis zum Jahr 2025 steigt der Sonderausgabenabzug um jährlich zwei Prozentpunkte.Im Jahr 2025 können dann 100 % der gezahlten Beiträge, das heißt maximal 23.362 Euro bei Ledigen (46.724 Euro bei Verheirateten bzw. eingetragenen Lebenspartnern) als Sonderausgaben geltend gemacht werden.

Rentenbesteuerung: Der steuerpflichtige Rentenanteil steigt 2017 von 72 auf 74 Prozent. Somit bleiben nur noch 26 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente steuerfrei. Dieser Anteil gilt für im Jahr 2017 neu hinzukommende Rentnerjahrgänge. Bei Bestandsrenten bleibt der festgesetzte steuerfreie Rentenanteil bestehen.

Einlagensicherung

Sparer werden im nächsten Jahr besser geschützt. Die von der gesetzlichen Einlagensicherung abgedeckte Summe verdoppelt sich auf 100 000 Euro. So viel müssen Banken künftig europaweit absichern. Zusätzlich greifen im Krisenfall bei den meisten deutschen Banken noch freiwillige Sicherungsfonds, die auch Millionensummen pro Sparer abdecken. Auf diesen Schutz haben Sparer aber keinen rechtlichen Anspruch.